jobwechsel-schnell-wegUnzufrieden im Job: Warum dir ein Jobwechsel oft nichts bringt

In diesem Artikel geht es darum, warum einfach ein Jobwechsel oft nichts bringt und wie du vorgehen könntest, um nicht genau in diese Jobfalle hinein zu geraten.

Gehörst du auch zu den Arbeitnehmer/innen, die die Jobbörsen durchforsten nach dem Motto „Hauptsache weg“?

Das kann ich gut nachvollziehen, da zum Beispiel im Großraum München alleine im Januar 22 40.000 offene Stellen gemeldet wurden. Oftmals klappt der Stellenwechsel ganz gut. Da ist es mehr als logisch, dass bei Unzufriedenheit ein neuer Job gesucht wird. Doch: Häufig kommt nach ein paar Wochen beim neuen Arbeitgeber der Frust wieder auf.

Warum gibt es derzeit so viele Arbeitnehmer, die gefrustet sind?

Mit Sicherheit ist die Pandemie in den letzten beiden Jahren der größte Auslöser für die hohe Jobunzufriedenheit. Viele Arbeitnehmer/innen fühlten sich alleine gelassen, während sie ins Home Office geschickt wurden. Andere dagegen wehren sich dagegen, wieder ins Großraumbüro zurück zu müssen, so wie manche Arbeitgeber das von Ihren Mitarbeiter/innen verlangen.

Doch die Pandemie alleine ist nicht der Frusttreiber.

Immer wieder erlebe ich es, dass viele Arbeitnehmer/innen wissen, dass sie unzufrieden sind, wenn ich jedoch ganz gezielt nachfrage, was die Gründe genau sind, dann sind die in der Tiefe nicht richtig bekannt. Früher hat der Job einfach Spaß gemacht und nun nicht mehr. Wie ist das bei dir? Haben sich eventuell nur die Rahmenbedingen geändert? Ein neuer Chef? Ein anderer Vorgesetzter? Völlig andere Prozesse?

Meistens liegen die Gründe ganz woanders. Hinterfrage dich deshalb hier genauer, was die Gründe der Unzufriedenheit sind. Zum Beispiel: Dass du auf einmal das Kindergeschrei nicht mehr erträgst, was dir früher überhaupt nichts ausgemacht hat? Oder du nun richtig ungeduldig bist, wenn es nicht gleich so klappt, wie du dir das vorstellst?

Der Grund dafür liegt daran, dass auch du dich verändert haben könntest.

Deshalb: Wenn du nun den gleichen Job nur unter einem anderen Firmenlogo machst, bekommst du das gleiche Ergebnis. Das Kindergeschrei ist auch da wieder vorhanden.

Woran liegt das?

Grund Nr. 1:

Wir Menschen verändern uns im Rahmen unseres „Korridores“, wie die Neurowissenschaftler sagen. Die Veränderung ist zwar nicht so signifikant, jedoch kann es sein, dass uns im Alter aufgrund von Reife und Erfahrung, andere Dinge (Werte) nun wichtiger erscheinen.

Grund Nr. 2:

Dass wir uns in einem Alter ab ca. 40 / 45 Jahren ernsthaft damit beschäftigen, ob wir so bis an unser Lebensende weiter machen sollen. Ob es das gewesen ist.

Grund Nr. 3:

Das betrifft Familien und insbesondere Frauen: Die Kinder sind aus dem Haus und es kommen die Überlegungen, welche sinnhafte Tätigkeit die Zukunft gestalten könnte.

Wie findest du nun den richtigen Job, der zu dir passt?

Traditionell sind wir es ja gewohnt, uns unseren Job auf Basis unserer Ausbildungen, Qualifikation, Praxisfähigkeiten zu suchen. Das ist genau das, was auch Personalverantwortliche machen. Doch das reicht nicht aus. Das ist auch der Grund, warum ein Jobwechsel oft nichts bringt. Denn:

Viele meiner Kundeinnen wissen teilweise nicht, was sie wirklich antreibt. Natürlich kann auch ich dich fragen, was deine Stärken sind und welche Werte du für wichtig hältst. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du mir kein umfassendes Bild deiner Stärken geben kannst. Das ist ganz normal.

In der Zusammenarbeit mit meinen Teilnehmerinnen nutzen wir den Limbic® Personality Check. Die Basis dieses Tests sind die Erkenntnisse der Neurowissenschaften, insbesondere derjenigen, die sich mit der Emotionalität befassen. Hier kann es durchaus vorkommen, dass Gene vorhanden sind z. B. für die Selbständigkeit und du bis jetzt noch nicht mal darüber nachgedacht hast.

Der größte Chancenverhinderer: Deine eigenen Gedanken

Vielleicht sind es auch hinderliche Gedanken aus der Vergangenheit, die noch dazukommen und die dir dabei im Weg stehen, weil beispielsweise Eltern dir immer erzählt haben, dass Selbständigkeit bedeuten würde, du musst rund um die Uhr schuften. Was in Wirklichkeit nicht der Fall ist.

Ein häufiger weiterer Fehler: Der Sprung ins kalte Wasser

Auch das erlebe ich ganz häufig in der Praxis. Der bisherige Job macht keinen Spaß, also muss eine andere Tätigkeit her. Der ersten Ideen wird dann hinterher gejagt. So zu sagen wie ein Sprung ins kalte Wasser.

Eine meiner Teilnehmerinnen hatte Pharmazie studiert. Doch als Apothekerin machte ihr die Arbeit nicht so viel Spaß. Da war die Idee, in die Pharmaindustrie zu springen, das nächste Ziel. Denn die Bürozeiten sind dort von Montag bis Freitag ohne Nachtschicht und Wochenende.

Ohne Erfahrung zu haben, wie die Arbeit im Großraumbüro sein könnte, ständig am Computer zu arbeiten und mit einem ganz anderen Kundenklientel zu agieren ohne es vorher ausprobiert zu haben, führte wieder in die Frustspirale.

Auch vor dem Sprung ins kalte Wasser kannst du dich schützen.

Probiere etwaige neue Tätigkeiten, die du bisher so noch nicht gemacht hast, einfach mal aus. Vielleicht in einem Praktikum, oder kannst jemanden begleiten, ein Ehrenamt ausführen oder erstmal im Rahmen eines Projektes Erfahrung sammeln. Und jetzt kommt auch der bisherige Arbeitgeber mit ins Spiel.

Aufgrund des Fachkräftemangels sind Arbeitgeber daran interessiert, Mitarbeiter zu halten, so lange es geht. Doch du musst dir vorher im Klaren sein, was du genau verändern möchtest und wie eine mögliche Lösungen aussehen könnte.

Die erste neue Job-Idee, die du hast, funktioniert in 99 % der Fälle jedoch nicht.

Deshalb ist es wichtig, sich mehrere Lösungen zu überlegen, die du ausprobieren könntest. Quasi in kleinen Schritten Erfahrung sammeln. Learnings daraus zu ziehen und wieder darauf aufbauen. Entweder beim jetzigen Arbeitgeber und wenn der nicht dazu bereit sein sollte, dann in anderen Firmen.

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